DE

Das Handwerk, die Kunst – unsere Leidenschaft.

, geschrieben von

Das Wissen um gutes Handschuhleder ist die Grundlage für jeden guten Handschuhmacher. Leder ist ein 100%iges Naturprodukt und es bedarf beim Einkauf der Rohfelle und der verschiedenen Prominenzen über den Rohfell-Lederhändler direkt im Ursprungsland großer Erfahrung und ausgebildete Fachkräfte, um für die Handschuhe die gewünschten und erforderlichen Rohwaren zu beschaffen. Bevor ein Paar ESKA Handschuhe das Haus verlässt, durchläuft es viele handwerkliche Arbeitsschritte.

Lederlager

Zuerst beginnen erfahrene, speziell ausgebildete Fachkräfte mit der Kontrolle und Auswahl der edlen Rohware im Lederlager und sortieren das Leder einzeln von Hand nach Qualität, Stärke, Farbe und Zügigkeit.

Einfeuchten

Danach wird jedes einzelne Fell in ganz leicht feuchte Leinentücher eingerollt und so zirka 15 Minuten eingefeuchtet. Dieser Vorgang erleichtert den Handschuhmachern später bei der folgenden Verarbeitung des Leders seine Arbeit.

Tafelschnitt - Ausarbeiten des Felles

Der gelernte Handschuhmacher ist nun für den Tafelschnitt zuständig – das bedeutet das Ausziehen des weichen Leders über die Tischkante. Mittels einer Kartonschablone in der gewünschten Handschuhgröße wird das Fellstück, das vorher ausgemessen wurde, zurechtgeschnitten. Nachdem die Weite des Handschuhs mit einer Schere ausgeschnitten wurde, wird dann im zweiten Arbeitsschritt jeder Handschuh in Richtung der Fingerlänge erneut über die Tafelkante ausgezogen und in die richtige Länge gebracht. Hier gilt das Gefühl, die Genauigkeit, Exaktheit und Schnelligkeit des Einzelnen.

Tafelschnitt - Etavillonieren

Nachdem das Leder im Tafelschnitt gezogen wurde, legt man nun beim sogenannten ‚Etavillonieren‘ eine Pappschablone auf, welche der Form des Stanzmessers (Kaliber) exakt entspricht. Die vom Handschuhmacher fertig etavillonierten Handschuhe werden mit einer Stanzmaschine zurechtgeschnitten. Die Stanzmaschine, die mit Stanzeisen bestückt ist, stammt noch vom Großvater und kann in dieser Qualität und Passgenauigkeit heutzutage gar nicht mehr hergestellt werden.

Fentieren

Das sogenannte Fentieren ist der letzte Schritt des Tafelschnittes, bei dem die endgültige Form der Finger und des Daumens mit dem Kaliber ausgestanzt wird.

Zuschnitt

Das Zuschneiden des Handschuhhauptteils und Daumens von Hand erfolgt mit ruhiger, geübter Hand und viel Präzision. Die Farbe und Struktur des Leders muss dem restlichen Handschuh entsprechen, um ein harmonisches Gesamtbild zu garantieren. Ein guter Handschuhmacher bereitet an einem Arbeitstag auf diese Art ca. 30 Paar Handschuhe zum Nähen vor - seine Arbeit ist nach dem Fentieren beendet und die Zuschnitte werden an die Näherinnen weitergegeben.

Nähen

Genäht werden die Handschuhe ausnahmslos von gut ausgebildeten Handschuh-Näherinnen. Spätestens hier zeigt sich dann, wie sorgfältig und passgenau der Handschuhmacher gearbeitet hat. Spezielle Steppmaschinen mit einer nur pfenniggroßen Auflagefläche ermöglichen eine flache Steppnaht bis in den Fingerspitzen. Genäht wird mit einem baumwollummantelten Nylonfaden. Als weitere Nähte gibt es auch noch die Laschnaht, Wickelnaht, Innen- oder Außennaht und Handnaht.

Handschuhe puffen

Für die finale Qualitätskontrolle ist das Puffen entscheidend. Hier werden die fertig genähten Handschuhe auf ganz speziellen Handschuhbügeleisen mit ca 90° bis 100° C geformt und gebügelt, um sie in Form zu bringen.

Handschuhe waren Ausdruck der Mode, des Standes und des Vermögens. Kein Wunder, dass die Handschuhmacherei in Frankreich ihren Ursprung genommen hat - Handschuhe gebe es aber schon viel länger, denn man kann sie bis ins alte Ägypten zurückverfolgen und sie sind Teil der Geschichte.

Paul Loos Senior
Paul Loos Senior
Handschuhmachermeister und Seniorchef

Was sagen Sie zu diesem Thema?
Diskutieren Sie mit!